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Berg ist ein kleines Dorf und doch besitzt es Zeugen einer großen Vergangenheit. Der Fremde bestaunt die herrliche Bergwelt mit ihren schroffen Felsrinnen, die runden Kuppen und die bewaldeten Höhen sowie die gepflegten Wohnstätten, die, wenn auch nur einfach,

trauermarsch 

Trauermärsche für 8stimmige Harmonie Innsbruck, am 25. Juli 1876. Peter Mayer, ein Marshohn in Schlußnig ( Ortschaft  in Berg ), diente als aktiver Regimentsmusiker in Innsbruck.

doch sauber sind. In diesem Ort, in sonniger Lage gelegen, haben schon unsere Vorfahren das Bedürfnis gehabt, Gesang und Musik zu pflegen. Besonders auf den in schwerster Arbeit von den Ahnen gerodeten Höhen lebten Menschen, die trotz aller Unbilden des Lebens immer noch Zeit fanden, sich kulturell zu betätigen. So wie heute gab es schon damals musikbegeisterte Menschen, die keinen Weg und keine Mühe scheuten, sich musikalisch zu betätigen, wenn auch Instrumente und Notenmaterial noch sehr dürftig waren. Meistens spielte man nach überlieferten Weisen zum Tanz, aber auch bei festlichen Anlässen, denn ein Fest konnte man sich auch damals schon ohne Musik nicht vorstellen. Immer wieder fanden sich musikbegeisterte Jugendliche, die die Alten, wenn sie schwach und müde waren, ablösten. So blieb durch viele Jahrzehnte der kleine Gebirgsort nie ohne Blaskapelle, wenn auch ab und zu ein Ersatz aus den Nachbarorten geholt werden musste. Von Generation zu Generation gab es selten eine Lücke, die, wenn wirklich einmal vorhanden, immer wieder von der lernbegierigen Jugend ausgefüllt wurde. Lehrmeister waren meisten die alten Veteranen, die nach schwerer Tagesarbeit immer Zeit fanden, ihre musikalischen Kenntnisse an die Jugend weiterzugeben. Im Laufe der Zeit wurden auch die Instrumente der Musiker verbessert. Anstelle der handgeschriebenen Noten kamen gedruckte. So kamen Trauer- und Tanzweisen in das entlegenste Dorf. Am Ausgang des 18. Jahrhunderts, also um 1770, kam eine Familie aus Südtirol namens Krißmayer nach Berg und hatte sich beim vlg. Jenidl, dem heutigen Jendl, angekauft. Der Mann hat dann bei der schon damals bestehenden Kapelle (Berger Musikgesellschaft) mitgewirkt.

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Aus dieser Zeit sind als Mitwirkende noch bekannt ein Johann Sattlegger, ferner noch ein gleichaltriger Johann Stotter. Ein Sohn des oben genannten 1. Krißmayer und ein gewesener Walker in Berg sind aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts noch als Hornbläser namentlich bekannt. Aus dieser Zeit ist noch bekannt ein Lehrer Leinthaler und nach ihm dessen Sohn gleichen Namens, der besonders als Organist und guter Geiger bekannt war. Mit dem Aufleben der Militärmusik im 19. Jahrhundert erlebte auch die Berger Musikkapelle einen besonderen Aufschwung. Nicht zuletzt auf Grund der Kenntnisse, die sie sich schon in der Heimat in Berg erworben haben, wurden folgende hievon gleich zur Mitwirkung bei der Militärmusik herangezogen. Ein Johann Stotter, Johann Pirker, Peter Maier, Rainer, Johann Schader und ein Jakob Mößlacher. Diese genannten Herren unterrichteten immer wieder lernwillige Schüler, so daß die Musiktradition nie abgebrochen ist. Es ist erwähnenswert, festzustellen, dass die Kapelle sich nicht nur mit Marsch- und Tanzmusik erschöpfte, sonder auch  die Kirchenmusik besonders pflegte. Nicht nur an Festtagen und in der Karwoche, sondern auch an gewöhnlichen Sonntagen wurden Messen mit Musikbegleitung aufgeführt. Sogar aus der weiteren Umgebung, aus den Nachbarpfarren kamen dafür interessierte Kirchenbesucher, nur um solche Aufführungen zu hören. Sehr interessant für den Musiker unserer Tage war die Instrumentierung der Kirchenmusik. Da gab es noch 3 Hörner ohne Ventile, Klarinetten vom tiefen a bis ans hohe as, also a, b , c, d, es, f, g, as. Es gab ein Fagott, Pauken und schon handgeschmiedete Cinellen. Die Klarinetten waren zum Teil mit handgetriebenen viereckigen Klappen ausgestattet. Durch den Brand der Berger Dorfkirche im Jahre 1878 fielen somit alle Instrumente und Dokumente dem Brand zum Opfer. Einige Beweisstücke sind noch bekannt unter dem Namen „Süßhölz“. Die sind allerdings gut aufgehoben. Die Zeit der Herstellung solcher Instrumente fällt etwa in die Mitte des 18. Jahrhunderts.

 

musikkapelle 1870 

1. Reihe, sitzend von links nach rechts:

Hans Pirker, Kapellmeister Greifenburg, Klarinette , Konrad Sattlegger, vlg. Aichholzer am Bichl, F-Baß , Josef Stotter, vlg. Hauserbauer am Oberberg, Flügelhorn

2. Reihe, stehend von links nach rechts:

Adolf Haßler, vlg. Langner in Oberberg, Baßflügelhorn Peter Thalmann, Keuschlersohn in Goppelsberg, 3. Trompete Florian Niedermüller, vlg. Brenner in Schlußnig, 2. Trompete Peter Pirker, vlg. Fuchs in Oberberg, 1. Trompete

Der 2. Weltkrieg machte auch vor der Berger Musik nicht halt. So wurden auch die Musiker zum schrecklichen Kriege eingezogen, wobei Florian Pirker, Fuchssohn am Oberberg, Anton Niedermüller, Brennersohn in Schlußnig und Josef Pirker, ebenfalls ein Fuchssohn am Oberberg, nicht mehr in die Heimat zurück kamen. Nach dem Kriege fanden sich die überlebenden Musiker unter der Leitung von Johann Haßler, vlg. Aichholzer, wieder zusammen, um die lange Tradition der Kapelle fortzusetzen.

 

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von links nach rechts: Kapellmeister Johann Haßler, Peter Haßler, Adolf Niedermüller, Andreas Pfeifer, Johann Pirker, Wilfried Pirker, Paul Pirker, Alois Unterwaditzer.

Die Musikkapelle, früher „Berger Musik“ genannt, wurde auf Wunsch aller aktiven Musiker im Jahre 1955 auf den Namen Trachtenkapelle Berg umbenannt. Zunächst gab es bei den Musikern lediglich Zivilanzüge. Ab dem ersten Weltkrieg bis zum zweiten Weltkrieg traten sie meist in Feuerwehruniform auf. Im Jahre 1954 bis 1955 gelang es dem Kapellmeister Johann Haßler, unter Mithilfe von Herrn Anton Taurer, vlg. Thomann in Ebenberg, eine eigene Tracht anzuschaffen. Zu Ostern 1955 war dann die Trachtenkapelle Berg unter Leitung des Kapellmeisters Johann Haßler in ihrer neuen schönen Tracht das erste Mal ausgerückt.

 

jahre1955

Trachtenkapelle Berg in der neuen Tracht im Jahre 1955

1. Reihe, von links nach rechts:

 

sitzend Johann Haßler, vlg. Aichholzer am Bichl, Kapellmeister

Johann Haßler, Aichholzersohn am Goppelsberg, 1. Baßflügelhorn

Karl Haßler, Aichholzersohn am Goppelsberg, 1. Klarinette

Josef Ebenberger, Tholmansohn am Goppelsberg, 2. Klarinette

Peter Suntinger, vlg. Trippitsch in Schlußnig, Flügelhorn

Karl Ebenberger, Tholmansohn am Goppelsberg, Trompete

Andreas Pfeifer, vlg. Kolcher in der Feistritz, Trompete

Peter Haßler, Aichholzersohn am Goppelsberg, F-Baß

 

2. Reihe, von links nach rechts:

 

Alois Niedermüller, vlg. Brenner in Schlußnig, Flügelhorn

Karl Niedermüller, Brennersohn in Schlußnig, Baßflügelhorn

Paul Pirker, vlg. Fuchs am Oberberg, Flügelhorn

Siegfried Pallhuber, Binter-Säge Feistritz, Trompete

Johann Pirker, Fuchssohn am Oberberg, Eufonium

Josef Haßler, Aichholzersohn am Goppelsberg, Trompete

Adolf Niedermüller, Brennersohn in Schlußnig, Große Trommel

Franz Ebenberger, vlg. Nigl, Tratten, B-Baß

Aus Mitgliedern der Trachtenkapelle Berg bildete sich die sogenannte „Berger Tanzmusik“, die bei Hochzeiten, Kirchtagen und bei verschiedenen festlichen Anlässen zum Tanz aufspielte. Die Tanzmusikanten kamen weit über die Gemeindegrenzen hinaus, um die Leute mit ihren flotten Klängen zu unterhalten.

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von links nach rechts:

Johann Haßler, Karl Ebenberger, Peter Suntinger, Siegfried Pallhuber, Karl Haßler, Peter Haßler und Johann Haßler sen.

 

Tanzmusik von links nach rechts:

Paul Pirker, vlg. Fuchs am Oberberg

Johann Haßler, vlg. Aichholzer am Bichl

Josef Eisendle, vlg. Sattler am Emberg

Johann Großegger

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Im Jahre 1960 verstarb der Kapellmeister der Trachtenkapelle Berg, Johann Haßler, vlg. Aichholzer am Goppelsberg. Er war vom Jahre 1918 Mitglied und davon von 1945 bis zu seinem frühen Tode Kapellmeister der Trachtenkapelle. Durch seinen Tod hat die Trachtenkapelle Berg einen verdienstvollen Kameraden verloren. Johann Haßler war weit über seine Heimatgemeinde als tatkräftiger Musikant bekannt. Er war auch ein heimatverbundener Bauer, und jahrelanger Bürgermeister von Berg.

 

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Von Johann Haßler wirkten alle vier Söhne zu seiner Zeit als aktive Musiker bei der Trachtenkapelle mit. Sein jüngster Sohn Johann (Jahrgang 1939) wirkte seit 1953 bei der Musik mit, er leistete seinen Präsenzdienst im Jahre 1958 bei der Militärmusik als aktiver Musiker ab. Dort erwarb er auch einen Teil seiner musikalischen Fähigkeiten. Durch sein Können und Talent im Blasmusikwesen wurde er von allen aktiven Musikern als jüngster der Kapelle nach dem Tode seines Vaters zum Kapellmeister der Trachtenkapelle Berg gewählt.

Die Musiker der Trachtenkapelle mit ihrem Kapellmeister ersuchten im Jahre 1961 Herrn Anton Taurer, vlg. Thomann am Emberg, der zwar nie aktives Mitglied war, die Leitung als Obmann zu übernehmen. Für ihn war dieser Vorschlag eine große Ehre. Und so wurde Herr Anton Taurer zum 1. Obmann der Trachtenkapelle Berg gewählt.

2003 wurde die Trachtenkapelle von Rudolf Profunser übernommen.

Ehrenkapellmeister Johann Hassler erhielt für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten von über 40 Jahren

das Goldene Verdiensabzeichen der Republik Österreich.

 

 

 

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Ehrenkapellmeister Johann Hassler erhielt das Bundes-Ehrenzeichen der Republik Österreich

Johann Hassler, ehemaliger Kapellmeister der Trachtenkapelle Berg, kann auf eine großartige Leistung zurückblicken. Stolze 42 Jahre führte er die Trachtenkapelle Berg, seit 50 Jahren ist er Mitglied. Schon mit vierzehn Jahren trat er der Trachtenkapelle bei, mit 20 Jahren übernahm er von seinem Vater das Amt des Kapellmeisters. In dieser Zeit bildete er viele Jungmusiker „seiner“ Kapelle aus.

Am Nationalfeiertag wurde ihm von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Ex-Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer das

„Bundes-Ehrenezeichen der Republik Österreich“ überreicht. „Für mich bedeutet diese Auszeichnung  sehr viel“, freut sich Johann Hassler, der neben seiner Musikerkarriere auch in anderen Funktionen ehrenamtlich tätig war und ist.

 

 

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