| Chronik |
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Berg ist ein kleines Dorf und doch besitzt es Zeugen einer großen Vergangenheit. Der Fremde bestaunt die herrliche Bergwelt mit ihren schroffen Felsrinnen, die runden Kuppen und die bewaldeten Höhen sowie die gepflegten Wohnstätten, die, wenn auch nur einfach,
Aus dieser Zeit sind als Mitwirkende noch bekannt ein Johann Sattlegger, ferner noch ein gleichaltriger Johann Stotter. Ein Sohn des oben genannten 1. Krißmayer und ein gewesener Walker in Berg sind aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts noch als Hornbläser namentlich bekannt. Aus dieser Zeit ist noch bekannt ein Lehrer Leinthaler und nach ihm dessen Sohn gleichen Namens, der besonders als Organist und guter Geiger bekannt war. Mit dem Aufleben der Militärmusik im 19. Jahrhundert erlebte auch die Berger Musikkapelle einen besonderen Aufschwung. Nicht zuletzt auf Grund der Kenntnisse, die sie sich schon in der Heimat in Berg erworben haben, wurden folgende hievon gleich zur Mitwirkung bei der Militärmusik herangezogen. Ein Johann Stotter, Johann Pirker, Peter Maier, Rainer, Johann Schader und ein Jakob Mößlacher. Diese genannten Herren unterrichteten immer wieder lernwillige Schüler, so daß die Musiktradition nie abgebrochen ist. Es ist erwähnenswert, festzustellen, dass die Kapelle sich nicht nur mit Marsch- und Tanzmusik erschöpfte, sonder auch die Kirchenmusik besonders pflegte. Nicht nur an Festtagen und in der Karwoche, sondern auch an gewöhnlichen Sonntagen wurden Messen mit Musikbegleitung aufgeführt. Sogar aus der weiteren Umgebung, aus den Nachbarpfarren kamen dafür interessierte Kirchenbesucher, nur um solche Aufführungen zu hören. Sehr interessant für den Musiker unserer Tage war die Instrumentierung der Kirchenmusik. Da gab es noch 3 Hörner ohne Ventile, Klarinetten vom tiefen a bis ans hohe as, also a, b , c, d, es, f, g, as. Es gab ein Fagott, Pauken und schon handgeschmiedete Cinellen. Die Klarinetten waren zum Teil mit handgetriebenen viereckigen Klappen ausgestattet. Durch den Brand der Berger Dorfkirche im Jahre 1878 fielen somit alle Instrumente und Dokumente dem Brand zum Opfer. Einige Beweisstücke sind noch bekannt unter dem Namen „Süßhölz“. Die sind allerdings gut aufgehoben. Die Zeit der Herstellung solcher Instrumente fällt etwa in die Mitte des 18. Jahrhunderts.
Der 2. Weltkrieg machte auch vor der Berger Musik nicht halt. So wurden auch die Musiker zum schrecklichen Kriege eingezogen, wobei Florian Pirker, Fuchssohn am Oberberg, Anton Niedermüller, Brennersohn in Schlußnig und Josef Pirker, ebenfalls ein Fuchssohn am Oberberg, nicht mehr in die Heimat zurück kamen. Nach dem Kriege fanden sich die überlebenden Musiker unter der Leitung von Johann Haßler, vlg. Aichholzer, wieder zusammen, um die lange Tradition der Kapelle fortzusetzen.
von links nach rechts: Kapellmeister Johann Haßler, Peter Haßler, Adolf Niedermüller, Andreas Pfeifer, Johann Pirker, Wilfried Pirker, Paul Pirker, Alois Unterwaditzer. Die Musikkapelle, früher „Berger Musik“ genannt, wurde auf Wunsch aller aktiven Musiker im Jahre 1955 auf den Namen Trachtenkapelle Berg umbenannt. Zunächst gab es bei den Musikern lediglich Zivilanzüge. Ab dem ersten Weltkrieg bis zum zweiten Weltkrieg traten sie meist in Feuerwehruniform auf. Im Jahre 1954 bis 1955 gelang es dem Kapellmeister Johann Haßler, unter Mithilfe von Herrn Anton Taurer, vlg. Thomann in Ebenberg, eine eigene Tracht anzuschaffen. Zu Ostern 1955 war dann die Trachtenkapelle Berg unter Leitung des Kapellmeisters Johann Haßler in ihrer neuen schönen Tracht das erste Mal ausgerückt.
Trachtenkapelle Berg in der neuen Tracht im Jahre 1955 1. Reihe, von links nach rechts:
sitzend Johann Haßler, vlg. Aichholzer am Bichl, Kapellmeister Johann Haßler, Aichholzersohn am Goppelsberg, 1. Baßflügelhorn Karl Haßler, Aichholzersohn am Goppelsberg, 1. Klarinette Josef Ebenberger, Tholmansohn am Goppelsberg, 2. Klarinette Peter Suntinger, vlg. Trippitsch in Schlußnig, Flügelhorn Karl Ebenberger, Tholmansohn am Goppelsberg, Trompete Andreas Pfeifer, vlg. Kolcher in der Feistritz, Trompete Peter Haßler, Aichholzersohn am Goppelsberg, F-Baß
2. Reihe, von links nach rechts:
Alois Niedermüller, vlg. Brenner in Schlußnig, Flügelhorn Karl Niedermüller, Brennersohn in Schlußnig, Baßflügelhorn Paul Pirker, vlg. Fuchs am Oberberg, Flügelhorn Siegfried Pallhuber, Binter-Säge Feistritz, Trompete Johann Pirker, Fuchssohn am Oberberg, Eufonium Josef Haßler, Aichholzersohn am Goppelsberg, Trompete Adolf Niedermüller, Brennersohn in Schlußnig, Große Trommel Franz Ebenberger, vlg. Nigl, Tratten, B-Baß Aus Mitgliedern der Trachtenkapelle Berg bildete sich die sogenannte „Berger Tanzmusik“, die bei Hochzeiten, Kirchtagen und bei verschiedenen festlichen Anlässen zum Tanz aufspielte. Die Tanzmusikanten kamen weit über die Gemeindegrenzen hinaus, um die Leute mit ihren flotten Klängen zu unterhalten.
von links nach rechts: Johann Haßler, Karl Ebenberger, Peter Suntinger, Siegfried Pallhuber, Karl Haßler, Peter Haßler und Johann Haßler sen.
Von Johann Haßler wirkten alle vier Söhne zu seiner Zeit als aktive Musiker bei der Trachtenkapelle mit. Sein jüngster Sohn Johann (Jahrgang 1939) wirkte seit 1953 bei der Musik mit, er leistete seinen Präsenzdienst im Jahre 1958 bei der Militärmusik als aktiver Musiker ab. Dort erwarb er auch einen Teil seiner musikalischen Fähigkeiten. Durch sein Können und Talent im Blasmusikwesen wurde er von allen aktiven Musikern als jüngster der Kapelle nach dem Tode seines Vaters zum Kapellmeister der Trachtenkapelle Berg gewählt. Die Musiker der Trachtenkapelle mit ihrem Kapellmeister ersuchten im Jahre 1961 Herrn Anton Taurer, vlg. Thomann am Emberg, der zwar nie aktives Mitglied war, die Leitung als Obmann zu übernehmen. Für ihn war dieser Vorschlag eine große Ehre. Und so wurde Herr Anton Taurer zum 1. Obmann der Trachtenkapelle Berg gewählt. 2003 wurde die Trachtenkapelle von Rudolf Profunser übernommen. Ehrenkapellmeister Johann Hassler erhielt für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten von über 40 Jahren das Goldene Verdiensabzeichen der Republik Österreich.
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